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Übersetzungen – Kreativität einmal anders
Ich sollte eigentlich meinen Roman fertig schreiben. Aber im Moment habe ich einen absolut tierischen Spaß daran, „Weltendiebe“ ins Englische zu übersetzen. Interessant ist, dass ich erst jetzt, wo ich die Übersetzung mache, kleine Fehler im deutschen Text bemerke, die vorher mir und auch dem Lektor nicht aufgefallen sind. Vielleicht sollte ich meine Bücher immer erst übersetzen, bevor ich sie irgendwem zum Lesen gebe. Aber dann dauert alles noch länger. Es ist kompliziert, Dinge, die es so nur in Deutschland gibt, adäquat ins Englische zu übertragen. Lastenausgleich (nach dem Krieg) war ein Begriff, den ich erklären aber nicht direkt übersetzen konnte. Oder alles, was mit dem Schulsystem zusammenhängt, weil Schulsysteme in Großbritannien und auch in USA so völlig anders sind, dass es schwierig ist, Entsprechungen zu schreiben. Wieder muss man mehr erklären als übersetzen. Aber es macht Spaß! Und ich mag das Buch immer noch und finde es schade, dass…
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Gastblog von Jacey Bedford: Fantasy – Geklautes aus der Geschichte
In der Schule war ich nie besonders gut in Geschichte. Vielleicht lag es an der trockenen Art und Weise, wie das Fach vermittelt wurde, oder vielleicht war ich einfach noch nicht bereit dafür. Wir haben Geschichte nie als Ganzes betrachtet, beschäftigten uns immer nur mit bestimmten Epochen, ohne die Zeit davor oder danach je zu beleuchten. Die Schulgeschichte war also eine Reihe von Einzelbildern, kein kontinuierlicher Ablauf. Ludwig XI. von Frankreich, gefolgt von der industriellen Revolution – das ist schon ein großer Sprung. Mein Interesse an Geschichte kam erst lange nach der Schule. Es begann mit Regionalgeschichte: Das Dorf, in dem ich wohne, ist nicht wirklich alt. Es gibt einen Bauernhof mit einem Türsturz aus dem Jahr 1642, aber die meisten Häuser und die Wollmühle, die für Arbeit sorgte, stammen aus der Zeit um 1800. Die Anlage verfügte über ein Wasserrad, das aus einem Mühlenteich gespeist wurde, der wiederum von…
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Mein nächster Roman
Man ist ja nie fertig. Also nicht so richtig. Aber tatsächlich habe ich das neue Buch jetzt fertig geschrieben und mehrfach durcheditiert und gekürzt. Da ich ja eine Tendenz habe, sehr lange Bücher zu schreiben, man mir aber gesagt hat, dass nur ein kürzeres Buch überhaupt eine Chance hat, von einem Verlag veröffentlicht zu werden (Tolkien hätte heute Pech), habe ich den Rot- oder in dem Fall Gelbstift angesetzt. Drei Mal hintereinander habe ich gekürzt. Manches hat echt weh getan. Wahrscheinlich würde ein Leser das, was jetzt fehlt, gar nicht vermissen, denn er weiß ja nicht, dass es drin war. Dennoch trauert man so manchem schönen Satz oder sogar Kapitel nach. Die erste Betaleserin hat bemäkelt, dass es wenig Hintergrund-Ambiente gibt. Das ist natürlich immer das erste, was rausfliegt, denn an der Handlung zu kürzen, macht die Geschichte eventuell ja unlogisch. Jetzt habe ich vier verschiedene Fassungen des Manuskripts:…
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Und jetzt nochmal auf Englisch
Nach und nach veröffentliche ich meine Bücher auf Englisch. „Jenseits des Karussells“ = „Beyond the Merry-Go-Round“. ist bis jetzt das letzte, das erschienen ist. Das Buch ist die Fortsetzung der Geschichten, die mit „Das Obsidianherz“ = „Obsidian Secrets“ begann und mit „Salzträume“ = „Dreams of Salt“ (in zwei Bänden, da sie zu lang für einen einzigen war) weitergeführt wurden. „Das Obsidianherz“ spielt im Jahr 1865 in München, der Hauptstadt des „Das Obsidianherz“ spielt im Jahr 1865 in München, der Hauptstadt des Königreichs Bayern. König Ludwig II. ist gerade erst ein Jahr zuvor gekrönt worden und hat noch kaum angefangen, über den Bau all der wunderbaren Schlösser nachzudenken, die wir heute so gerne besuchen – z. B. Neuschwanstein. König Ludwig II. ist so ziemlich der romantischste, aber auch kontroverseste König, den Bayern je hatte, und bis heute wird darüber gestritten, ob sein früher Tod im Starnberger See rund 20 Jahre später…
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Neue Herausforderungen – alte Schatten
Als ich aufhörte, in meinem Brotjob/Dayjob zu arbeiten, hatte ich angenommen, dass ich nun einen Roman nach dem anderen schreiben würde. Überhaupt würde meine Kreativität keine Grenzen mehr kennen. Die Realität holt einen dann doch ein. Die erste Zeit der Pandemie verbrachte ich frustriert auf dem Sofa. Dann begann ich, meine englischen Manuskripte zu bearbeiten, um sie selbst zu vermarkten. Diese gibt es bis jetzt Obsidian Secrets (Steam Age Quest, Book 1) Dreams of Salt, Vol. 1 (Steam Age Quest, Book 2) Dreams of Salt, Vol. 2 (Steam Age Quest, Book 3) Call it a Knight (Stories with a Twist, Book 1) Schließlich stellte ich fest, dass ich mehr Zeit mit „Vermarkten“ als mit Schreiben verbrachte. Ich HASSE Marketing. Ich habe kein Talent dafür, mich marktschreierisch für mich selbst zu betätigen. Nun kann man mir natürlich vorwerfen, dass ich ja nicht als Selfpublisher unterwegs sein müsste, sondern diese Arbeit einem…
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“Weltendiebe” – mein neues Buch
„Weltendiebe“ ist erschienen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich dazu durchringen konnte, es im Selfpublishing Verfahren bei BoD zu veröffentlichen. Aber weder ich noch das Buch werden jünger. Klingt das ein bisschen frustriert? Das mag schon sein. Ich schreibe Bücher, weil ich es liebe, Bücher zu schreiben. Weil es mich erfüllt und definiert. Als ich damit anfing, hatte ich keine Ahnung vom „Book Biz“, der Buchindustrie, die eben genau das ist: eine verf…te Industrie. Ich habe einfach geschrieben, weil ich es wollte. Weil die Geschichte und ihre Heldinnen und Helden mir unter den Nägeln brannten und leben wollten. Ich hatte die Kraft, sie leben zu lassen. Das war wunderbar. Sehr schnell war dann klar: Die Tatsache, dass man ein spannendes Buch geschrieben hat, heißt nicht, dass es auch jemand veröffentlichen will. Da prallen zwei unterschiedliche Herangehensweisen aufeinander: Die Autorin/der Autor schreibt mit Herzblut ein Buch, von dem sie…
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„Call it a Knight“ – Kurzgeschichten
Schon wieder zu spät dran. Ich hätte längst über „Call it a Knight“ berichten sollen, meinen ersten englischsprachigen Kurzgeschichtenband. Zum Titel: Ja, in einer der Geschichten kommt ein Ritter vor. Er ist ziemlich tot. Um zu erfahren, ob er das auch bleibt, müsstet ihr das Buch kaufen und lesen. Über die Jahre habe ich sehr viele Kurzgeschichten geschrieben. Ein unlukrativer Job. Aber was ist schon lukrativ? (Ich war noch nie gut darin, mit den Dingen, die ich gerne tue, tatsächlich Geld zu verdienen. Ich wünschte, es wäre anders.) Zwei Bände mit deutschen Kurzgeschichten sind erschienen: Bisse Machtschattenspiele Darüber hinaus habe ich mich an – vermutlich viel zu vielen – Anthologie-Projekten beteiligt. Jedenfalls: die Anzahl der Geschichten, die mir aus der Feder geflossen sind, ist ziemlich groß. Im meinem Bemühen, auch eine englischsprachige Leserschaft für meine Bücher zu gewinnen, habe ich nun…
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Daheim bleiben und lesen
Tja. Da ich nicht jeden meiner Einträge mit einer Entschuldigung anfangen will, dass ich so lange nichts mehr gepostet habe, gehe ich direkt in Medias Res. Zur Leipziger Buchmesse, die leider nicht stattfand, erschien mein Eisbär. „Elgar Eisbär und die Zivilisation“ . Dieses etwas episodenhafte Buch schildert die Abenteuer des Eisbären Elgar, dem die Scholle unter seinem pelzigen Gesäß hinweggetaut ist, und der – da er noch nicht aussterben wollte – in die Zivilisation gekommen ist um dort zu leben. Diese Zivilisation kommentiert er dann aus seiner bärigen Sicht. Man hat mich gefragt, ob das denn Phantastik ist. Vielleicht ist es eher Satire? Sicher ist es auch Satire. Doch die Phantastik hat immer schon nah an der Satire gelegen. Bei beiden Genres muss man die Realität kennen, um die Fremdartigkeit festzustellen. Und es ist auch nicht neu, dass ein „Außenseiter“ aus seiner Sicht eine Zivilisation beschreibt. Da gibt es „Stranger…
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Neue Geschichten
Was gibt es Neues? Nun ich habe einige Lesungen hinter mir, eine wirklich tolle Zeit auf der Feen Con in Bad Godesberg verlebt. Ich war auch auf dem FEST der Fantasie. Auch da habe ich gelesen. Das FEST ist immer eine wunderbare Angelegenheit. Leider war es dieses Jahr ein bisschen verregnet. Immerhin ein Buch ist inzwischen neu erschienen, nämlich die Kurzgeschichten-Anthologie „Funtastik“, zu der ich eine Geschichte beigetragen habe. Ziel der Anthologie war, Fantasy mal von der komischen Seite zu beleuchten. Die Geschichten sind vielfältig und unterschiedlich. Wir haben ja auch alle einen unterschiedlichen Humor. Eine weitere Geschichte wird auch bald erscheinen. Hier darf ich leider noch nicht mehr verraten. Mein Roman „Seelenspalter“ wird Anfang nächsten Jahres bei Droemer Knaur rauskommen. Er hat ein wirklich schönes Cover, das ich euch hier nicht vorenthalten will. Es ist außerdem das erste Buch in meiner neuen Reihe „Klingenwelt“. Und worum geht es? Seelenspalter…
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Liebe und so
So. Weiter kann ich es nicht mehr hinausschieben in dem derzeitigen Buchprojekt. Die Liebesszene ist dran. Irgendwie geht’s ja nicht ohne. Liebe ist schließlich immer in Teil der Handlung, zumindest in meinen Büchern. Schreibe ich gerne Liebesszenen? Eigentlich nicht. Das liegt nicht an moralinsauren Skrupeln, sondern eher an dem stetigen Bedenken, man würde den schmalen Pfad von gutem Geschmack zugunsten von zu krasser Detailliertheit auf der einen oder zu blumigen Verschwurbelungen auf der anderen Seite verlassen. Ich glaube immer noch, das Bettgeflüster zwischen Cérise und Arpad in „Das Obsidianherz“ war mit die gelungenste Szene in meinem Werk. Sie war unendlich lang in der ersten Fassung und wurde spannender mit jedem Satz, den ich wegkürzte. Zum Schluss blieben gerade mal 25% übrig. (Irgendwo habe ich noch die Langfassung, aber die wird nie jemand zu sehen bekommen.) Jetzt also geht es zur Sache. Und danach dann Piraten. Übrigens, ich selbst finde viele…